Flächenverbrauch muss drastisch zurückgehen!

Im Haßfurter Tagblatt vom 30.09.2017 wird in der Rubrik "Streiflichter" berichtet, dass der Handelskonzern Rewe sein Interesse an der Errichtung eines Vollsortimenters auf einem 13.000 Quadratmeter großen Areal in Zeil angemeldet hat. Weiterhin wird aufgezählt, wie viele Märkte und Discounter es bereits in der näheren Umgebung, so auch in Sand, Haßfurt und Ebelsbach, gibt. Der Redakteur schreibt in diesem Zusammenhang, dass Zeil sein Gewerbegebiet noch weit in Richtung Haßfurt ausdehnen kann. Er meint, dass die Dichte an Supermärkten den Verbraucher freut, da Konkurrenz das Geschäft belebt und die Preise vielleicht senkt.

Was mich als Verbraucher angeht, freue ich mich über diese Entwicklung überhaupt nicht. Ich kann in dem Bau des x-ten Lebensmittelmarktes keinen Zugewinn erkennen. Ganz im Gegenteil, es gibt große Nachteile:
So nahm die Marktmacht einiger weniger Lebensmittelkonzerne in den letzten Jahren stark zu. Ich befürchte, dass dies mittelfristig eher zu steigenden Preisen für die Kunden führt. Zudem dürfte jedem klar sein, dass für billige Produkte in den Supermärkten oftmals woanders Mensch, Tier und Umwelt teuer bezahlen müssen. Damit meine ich z. B. zu niedrige Löhne, eine nicht annähernd artgerechte Haltung von Tieren und den zum Teil immensen Energie- und Ressourcenverbrauch bei der Herstellung von Lebensmitteln.

Darüber hinaus bestürzt mich der riesige Flächenverbrauch durch den Bau von immer neuen Supermärkten und die Ausweisung von Gewerbegebieten. In Bayern werden pro Tag (!) 18 Hektar oftmals wertvollen Bodens für Siedlungs- und Verkehrsflächen dauerhaft versiegelt. Durch eine neue Berechnungsmethode sind es zwar "nur" noch 13 Hektar, das entspricht aber immer noch der Fläche von 18 Fußballfeldern. Doch mit Rechentricks löst man dieses Problem nicht.
Die Gewerbesteuer müsste reformiert und das Baurecht geändert werden, um dem Flächenfraß und der schleichenden Versiegelung unserer schönen Landschaft Einhalt zu gebieten.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf das aktuelle Volksbegehren: "Damit Bayern Heimat bleibt - Betonflut eindämmen!" hinweisen. Dieses hat zum Inhalt, dass der Flächenverbrauch ab dem Jahr 2020 auf durchschnittlich 5 Hektar pro Tag begrenzt wird. Hierzu soll das Bayerische Landesplanungsgesetz geändert werden.
Unterschriftenlisten zum Ausdrucken gibt es unter www.betonflut-eindaemmen.de



Thomas Ort


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