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Stellungnahme der ÖDP zur Windenergie

Zeil Das Thema Windenergie und damit die Diskussion um die Errichtung von Windkraftanlagen im Landkreis Haßberge hatte die Kreisvorstandschaft der ÖDP auf der Tagesordnung ihrer letzten Sitzung. Dabei zeigte sie großes Befremden über die Art, wie derzeit darüber diskutiert wird.

Als Grundtenor von Windradgegnern sei, so Kreistagsmitglied Klemens Albert, herauszuhören: „Ich haben nichts gegen Windenergie, aber bloß nicht bei uns.“ Das Gleiche gelte für geplante Trassenführungen für den Stromtransport über hunderte von Kilometern. Andererseits müsse aber auch die Frage bewegen, wie der Strom in unsere Steckdosen kommt. Deshalb müsste der Satz eigentlich weitergeführt werden mit „…aber auch bei uns.“

Thomas Ort stellte dar, dass Stromerzeugung und -versorgung ihren Preis haben, wie etwa der Verkehr auch. Bei der erneuerbaren Energie seien aber die geringsten Nachteile festzustellen. „Wenn ich Strom verbrauche, muss ich auch für dessen Erzeugung Verantwortung übernehmen“ appellierte er an das Pflichtbewusstsein der Bürger. Gleichzeitig könnte er sich gut vorstellen, „dass Bürger, die in der Nähe von Windrädern wohnen, einen unmittelbaren finanziellen Vorteil haben.“ Hier gebe es bereits verschiedenste Modelle, wie dies umgesetzt werden kann.

Bis in höchste politische Ebenen habe man erkannt, dass der Klimawandel gebremst werden müsse, und da sei die Nutzung der Windenergie eben eine absolute Notwendigkeit. „Unsere Politiker, und damit auch wir, haben in Paris unterschrieben, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Also sind auch wir in der Pflicht, hier vor Ort“, mahnte Klemens Albert. Auch bei uns könne man Auswirkungen des Klimawandels erkennen: Die Niederschlagsmengen sinken nachweisbar, Trockenphasen werden länger, dann kommt Starkregen, Sommer- und Winterabläufe haben sich verändert. So werden beispielsweise in den nächsten Jahren in den Wäldern die Fichten verschwinden, weil es für sie zu warm ist.

„Wir müssen das Klima schützen für unsere Kinder und Enkelkinder“ forderte Kreisrat Rainer Baumgärtner. Wir seien bestrebt, unseren Kindern gute Bildungschancen zu ermöglichen, ihnen ein schönes Lebensumfeld zu gestalten. Doch jetzt erlebe er ein Paradox, „dass nämlich die Pioniere der klimaschonenden Energieerzeugung mit viel Herzblut erst gegen die elitäre Schicht der Politik und ihrer Lobbyisten kämpfen mussten und jetzt, wo erneuerbare Energieformen ein Erfolgsmodell für Mensch und Umwelt werden könnten, ein Bruchteil der Bevölkerung mit allen Mitteln dagegen ankämpft.“

Bemerkenswert sei, so Kreisvorsitzender Stefan Zettelmeier, dass in der Regel nur da, wo Windräder entstehen sollen, sich Widerstand erhebt, doch vielerorts würden sich selbst Mitglieder von Bürgerinitiativen, die gegen den Bau von Windrädern waren, später äußern, dass es gar nicht so schlimm sei wie sie befürchtet hatten. Man solle sich doch einmal bewusst machen, dass ein Windrad, sollte es nicht mehr für die Stromerzeugung taugen, binnen zweier Tage abgebaut, verschwunden ist. Während hingegen Kraftwerke, die mit Atom oder fossilen Brennstoffen betrieben werden, Jahrzehnte oder gar Jahrtausende lang Wunden in die Umwelt schlagen. Was sie während ihrer Laufzeit an Radioaktivität oder CO2 in die Umwelt abgeben, sieht und riecht man nicht, obwohl es sehr gesundheitsschädigend ist.

Die Kreisvorstandschaft der ÖDP erwartet von den Mitbürgern, die verschiedene Standpunkte zur Windenergie vertreten, dass die Diskussionen wieder mit mehr Sachlichkeit geführt werden, nicht so emotional und teilweise respektlos, wie zuletzt zu beobachten ist. Die ÖDP steht zu ihrem Credo „Wir brauchen erneuerbare Energie“.

ka

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