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persönlicher Kommentar

Eine Alternative, die keine ist

Wann haben Sie sich das letzte Mal über eine politische Entscheidung aufgeregt? Auf welchen Mandatsträger sind Sie möglicherweise gar nicht gut zu sprechen? Nun, ich hätte von Beidem so einige auf meiner Liste. Es gibt wahrlich genug Anlass, sei es das Festhalten am Verbrennermotor, das Abwürgen der Energiewende oder eine ungerechte Steuerpolitik, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Dazu kommen sich selbst inszenierende Politiker auf höchster Ebene, die sich plump als ewig fleischvertilgende Stammtischbrüder geben und politisch Andersdenkende verächtlich machen wollen. Verständlich, wenn sich da bei dem/der ein oder anderen Politikverdrossenheit breit macht. Wen soll man denn da noch wählen?, fragen manche. Gut, wenn es eine Alternative gäbe, oder?

Was da aber als angebliche „Alternative für Deutschland“ daherkommt, bedarf einer genaueren Betrachtung.

Vor wenigen Tagen war ich zu Gast bei einem Gesprächsabend mit dem Buchautor Hendrik Cremer, der sein Buch „Je länger wir schweigen, desto mehr Mut werden wir brauchen“ vorstellte. Die ´Omas gegen rechts` hatten den Juristen eingeladen, der sich intensiv mit der Entwicklung, den Inhalten und Strategien der AfD auseinandergesetzt hat. Trotz meines Vorwissens wurden mir die Gefahren durch diese rechtsextreme Partei noch einmal deutlicher:

  • die AfD ist gegen fundamentale Menschenrechte, sie billigt nicht allen Menschen die gleiche Würde zu
  • sie will die Demokratie und den Rechtsstaat aushöhlen
  • sie grenzt Menschen aus („außerdeutsche Kultur ist nicht so wertvoll“)
  • sie leugnet den wissenschaftlich festgestellten Klimawandel und seine Gefahren
  • sie orientiert sich stark am Nationalsozialismus
  • will Menschen millionenfach ausweisen (Björn Höcke 2018: „Remigration im Interesse der autochtonen Bevölkerung“)

Dabei setzt sie auf die Gewöhnung ihrer extremen Positionen, gibt sich bürgernah und stellt sich gerne als Opfer dar.

Diese und weitere Informationen waren den Ausführungen des Juristen Cremer zu entnehmen, der in sehr sachlicher Weise die Partei und deren Führung beleuchtete.

Ich selbst arbeite in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Täglich freue ich mich auf die oft sehr herzlichen und wertvollen Begegnungen mit ihnen, die oft unser Bild von dem, was lebens- und erstrebenswert ist, wieder etwas gerade rücken.

Wenn ich an das menschenverachtende Weltbild der AfD und meinezu Betreuenden denke, wird mir Angst und Bange.

Nicht umsonst hat die Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. im Mai 2025 klar formuliert:

Die AfD wertet Menschen ab, die Unterstützung brauchen, grenzt Menschen mit Behinderungen und Krankheiten aus. AfD und Lebenshilfe passen nicht zusammen. https://www.lebenshilfe.de/fileadmin/Redaktion/PDF/Wissen/intern/Verbandliche-Publikationen/Empfehlung-Umgang-mit-AfD.pdf

Mein Fazit:

Die AfD ist in keinster Weise eine Alternative sondern im Gegenteil eine Gefahr für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unser Miteinander. Sie grenzt aus, spaltet und schürt Hass, wo ein „am gleichen Strang ziehen“ zur Lösung drängender Probleme nötig wäre.

Die Unzulänglichkeiten, die wir in der Politik sehen, darf nicht zu ihrer pauschalen Verteufelung führen. Viele Verantwortliche geben ihr Bestes und arbeiten an konstruktiven Lösungen. Wir leben – zum Glück – in einer funktionierenden Demokratie, mit vielen freiheitlichen Errungenschaften, die es zu schützen und zu bewahren gilt.

Ich glaube nicht daran, dass sich (alle) Wähler und Unterstützer der AfD der wirklichen Ziele und damit verbundenen Gefahr durch diese Partei und ihr Führungspersonal bewusst sind.

Ich glaube nicht, dass ein Fünftel der WählerInnen dieses menschenverachtende Weltbild teilt.

Jede und jeder von uns ist deshalb aufgerufen, sich zu informieren, aufzuklären und sich klar zu positionieren: Gegen Hass, Hetze, Ausgrenzung und Lügen. Für Respekt, Menschenwürde und ein friedliches, demokratisches Miteinander.

Stefan Zettelmeier

Autor/in:
Stefan Zettelmeier
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