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"Endlich den Menschen in den Mittelpunkt gestellt!"

Derzeit scheint die Stimmung zum Thema „Corona-Schutzmaßnahmen“ etwas umzuschlagen und deshalb möchte ich einige Gedanken hierzu wiedergeben.

Im Gegensatz zu vielen anderen politischen Entscheidungen  finde ich, dass unsere Politiker gerade in der Coronakrise sehr verantwortlich gehandelt haben und handeln. Nachdem die Verbreitung des Virus in Italien und das Risiko für jeden Einzelnen von uns mehr und mehr bewusst wurde, wurden von unserem bayerischen Ministerpräsidenten umgehend und umfangreiche Maßnahmen eingeleitet. Hier wurden diesmal die Menschen und unser Leben in den Mittelpunkt gestellt und nicht die Wirtschaft. Oft hatten wir schon das Gegenteil erlebt.

Blicken wir doch nur auf unsere Nachbarn in Italien wo es mit der Gesundheitsversorgung ganz schlecht aussieht oder einem Land wie Amerika, wo an erster Stelle wirtschaftliche und politische Interessen im Vordergrund standen und  dadurch wertvolle Zeit verloren ging. Ich denke über große Teile der Parteigrenzen hinweg handeln unsere Politiker in enger Absprache mit Virologen derzeit sehr verantwortungsvoll und versuchen große finanzielle Engpässe der Firmen und der Menschen soweit wie möglich abzufedern.

Ja, es ist für viele schwer, die tagtäglich auf ihre Einnahmen angewiesen sind, um wirtschaftlich zu überleben und die Maßnahmen bedeuten für viele Menschen harte Einschränkungen und eine Mehrbelastung in ihrem Alltag.

Nun sprechen Unternehmer davon, man hätte durcharbeiten lassen sollen und in der Grippewelle 2017/18 hätte es auch 25.000 Tote gegeben. Ich glaube, wenn man es mit der Corona-Pandemie hätte so laufen lassen, dann hätte es hier tausende Tote mehr gegeben. Was wäre dann gewesen, wenn uns Pflegekräfte, Ärzte und hochqualifiziertes Personal in den High–Tech–Betrieben einfach weggestorben wären. Jedes Menschenleben, welches man mit diesen Maßnahmen geschützt oder gerettet hat ist es wert, dass wir alle etwas verzichten.

Natürlich gibt es auch unverständliche Dinge, z.B.  dass in einem hochmodernen Industriestandort nicht mal genügend Schutzausrüstung für das behandelnde Personal vorrätig ist oder die Medikamentenproduktion aufgrund der Kosteneinsparung beinahe völlig in Billiglohnländer verlagert wurde. Und natürlich hätte vielleicht das ein oder andere Kleinunternehmen mit entsprechenden Hygienemaßnahmen geöffnet werden können. Aber so eine weltweite Krise hat es in diesem Ausmaß noch nie gegeben und somit auch noch nicht die richtigen Lösungsschritte – hinterher ist man immer klüger. So mussten unsere MandatsträgerInnen das tun, was ihnen vom Grundgesetz her aufgelegt ist: Der Schutz des menschlichen Lebens steht an erster Stelle!

Nicht zu vergessen sei auch die Erwähnung, dass sich die Menschen in unserem Land und Europa sehr solidarisch in dieser Krise zeigen und dies ist doch erfreulich für uns alle, dass wir auf einem Kontinent leben dürfen, wo Menschen in Krisen zueinander stehen und sich helfen.

Andere Länder können dies gar nicht, weil sie gar keine materiellen Mittel oder eine Gesundheitsversorgung aufweisen können, um ihre Bevölkerung ausreichend zu schützen – denken wir nur an die vielen Menschen, die ungewollt auf der Flucht sind und unter erbärmlichen Zuständen zu leiden haben.

Die Einschränkungen, die derzeit jeder von uns erlebt sind auch sehr wichtig für die Menschen, die an vorderster Stelle Hilfe leisten und mit ihrer eigenen Gesundheit viel für uns alle riskieren.

Von daher finde ich die eingeleiteten Maßnahmen und das bedachte „Fahren auf Sicht“ absolut richtig und bin froh in unserem Land zu leben.

Ich wünschte mir, dass uns dies auch in Zukunft bei anderen wichtigen Dingen über die Parteigrenzen hinweg so gelingt; denn nicht nur das Virus gibt es derzeit akut zu bekämpfen! Wir stehen vor der Herausforderung, die Zukunft der Menschheit so zu gestalten, dass uns das Überleben der Generationen nach uns lebenswert und in großer Vielfalt gelingt.

Das Alles sollten wir nicht vergessen und auch hier solidarisch als Unternehmer, Bürger und Politiker um Lösungen ringen!

 

Rainer Baumgärtner