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Kein Höhenflug für Bürger und Umwelt

Die kürzlich im Kreisausschuss beschlossene Erhöhung des Betriebskostenzuschusses für den Haßfurter Verkehrslandeplatz (VLP) beherrschte die Fraktionssitzung der ÖDP. Statt wie bisher 50.000 € soll der Landkreis nun – nach dem Ausstieg der Stadt Schweinfurt aus der Gesellschaft - jährlich 75.000 € für den Betrieb aufwenden.

Das stößt bei den ÖDP-Kreisräten auf großes Unverständnis: Sie halten den VLP weder für wirtschaftlich, noch für die medizinische Versorgung (Krankenhaus Haßfurt) notwendig oder gar dem Allgemeinwohl dienend. „Wenn die Industriestadt wie Schweinfurt sich von dem Platz zurückzieht und bis dato einer der Hauptgründe für den Erhalt des VLP das Verteilen der Last auf viele Schultern war, dann muss die Frage nach der Wichtigkeit und Notwendigkeit für den verbleibenden Rest unbedingt offen gestellt werden.“ meint Kreisträtin Monika Schraut. Und deswegen hat die ÖDP genau recherchiert.

Der Betrieb schreibt rote Zahlen, künftige Investitionen wie z.B. die Sanierung der Landebahn belasten den Kreisetat zusätzlich. Über eine Million Euro haben die Bürger des Landkreises bisher in den Flugplatz gebuttert, ohne dass das Gros der Haßbergler etwas davon hätte – im Gegenteil: Der Flugbetrieb belastet die Menschen in den umliegenden Ortschaften mit Lärm, vor allem an den Wochenenden, ohne, dass sie sich dagegen wirksam wehren könnten. 25 % des in Haßfurt verkauften Flugbenzins ist verbleiter Kraftstoff, der aus gesundheitlichen Gründen schon seit den 80er Jahren aus dem Autoverkehr verbannt wurde. Dadurch werden, neben dem Ausstoß von CO2 und anderen schädlichen Abgasen, etwa 12 kg hochgiftiges Blei pro Jahr in die Luft gepustet.

Der ökologische Schaden ist denn auch der Hauptkritikpunkt der ÖDP-Mandatsträger: „Fliegen ist von allen Arten der Mobilität die klimaschädlichste“, mahnt Kreisrat Rainer Baumgärtner. „Während die meisten Menschen erkennen, dass wir dringend CO2 einsparen müssen, fördert der Landkreis die Fliegerei noch mit Steuermitteln.“

Das sieht auch sein Ratskollege Stefan Zettelmeier aus Sand so: „Die Erdüberhitzung macht auch vor den Haßbergen nicht halt.“ Nötig seien jetzt Investitionen in regenerative Strom- und Wärmeerzeugung, in nachhaltige Mobilitätskonzepte, die energetische Sanierung kommunaler Gebäude usw. „Hier wären die Gelder, die für den Flugplatz ausgegeben werden, wesentlich besser investiert.“

Um mehr Licht in die Diskussion um den Sinn des Verkehrslandeplatzes zu bringen, haben die Ökodemokraten bereits im Frühjahr eine ganze Liste mit Fragen zu den Themenbereichen Nutzung, Ökologie/Lärmschutz und Kosten an Landrat Wilhelm Schneider geschickt. Diese Fragen und die Antworten des Landrats finden Sie in der Pressemitteilung vom 14.06.2021.

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